Dienstag, 22. Oktober 2013

spannender Geschichtsausflug

Kaum zu glauben, Geschichte lebendig erleben. Unter dem Motto ging es am vergangenen Sonntag Richtung Leipzig. Viel ist nicht mehr im Kopf hängengeblieben vom Napoleonischen Krieg, von der blutigen Schlacht um Leipzig im Jahre 1813. Aber ich war neugierig. 
Nein nicht kriegslustig, sondern eher interessiert an dem wieso, warum, weshalb. Je näher man dem Schauplatz kam und je mehr Uniformierte den Blick kreutzen, umso mehr wurde mir deutlich wie schrecklich die Ereignisse vor 200 Jahren waren. Wie viel Leid ausgesäht wurde. So viele zogen in den Krieg, so viele wurden tödlich verwundet oder starben an den Kriegsfolgen. 200 Jahre später hatten wir durchaus Glück mit dem Wetter - während des damaligen Krieges sah es anders aus. Kälte, Hunger und Nässe setzten den ausgemerkelten Soldaten zu und so war es nicht verwunderlich, das Krankheiten unter den Heeren wüteten.
Ich wurde während der Veranstaltung still und nachdenklich. Wie viele sind ausgezogen und wie wenige kehrten zurück. Junge Menschen die bis heute namenlos auf den Schlachtfeldern liegengeblieben sind und um die zu Hause bittere Tränen geweint wurden ohne das die Mütter, Frauen, Verlobten, Geliebten jemals erfuhren was aus den Angehörigen wurde.
Die Nachstellung der Ereignisse von vor 200 Jahren macht eines klar - Krieg ist so überflüssig wie ein Kropf. Wir sollten alles dafür tun, damit es nie wieder zu solch schrecklichen Ereignissen kommt.
Ich werde mich jedenfalls in den nächsten Tagen/Wochen mit dem Thema Napoleon und dessen Kriegen näher auseinandersetzen.

Eines wurde aber 200 Jahre später deutlich, 26 verschiedene Nationen (so viele haben sich nämlich am Sonntag getroffen) mit über 6.000 Darstellern müssen nicht wirklich kämpfen. Sie zeigten, dass sie auch Freunde sein können, dass sie gemeinsam feiern können und Spass haben. Vielleicht tragen ja solche Ereignisse dazu bei, das wir uns in Freundschaft begegnen können und gemeinsam Dinge tun.

Die Veranstalter haben sicher mit viel gerechnet, aber nicht mit so einer gewaltigen Besucherwelle. 7.000 Zuschauerplätze auf den Rängen waren schon Monate vorher ausverkauft, mehr als 70.000 Besucher wollten insgesamt das Ereignis sehen, leider kamen davon nur ca 35.000 Zuschauer rein, der Rest musste hinter die Absperrungen. Da standen Franzosen, Deutsche, Engländer, Polen, Tschechen, Dänen usw.
friedlich nebeneinander in der Warteschlange - und es war wirklich eine gigantische Schlange - bis sie endlich ins Gelände durften, leider war es danach auch nicht viel besser. Die meisten hatten einfach eine sehr schlechte Sicht und konnten dem Geschehen nur schlecht folgen. Aber alle blieben ruhig, fröhlich und entspannt.
Hier sind einfach noch ein paar Schnappschüsse vom Rande des Geschehens. Mich haben einfach nur die liebevoll wieder ins Leben gerufenen Uniformen fasziniert. Bis ins Detail haben die Hobbyhistoriker ihre Kleidung und ihr Zubehör angefertigt.
In den Biwaks, die seit Donnerstag die Teilnehmer aufnahmen, wurde gelebt wie vor 200 Jahren. Die Soldaten 
 schliefen auf einer kleinen Strohlage mit einer Decke, wurden von ihren Marketenderinnen bekocht und schliefen in ihren Uniformen. Geschichte (er)leben - das konnte man wirklich. 
 




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